Vogelkäfig Musikautomat

Vogelkäfig-Musikautomat als Symbol barocker Lebensfreude mit Orgelwerk und Zeitanzeige

Passt ein barocker Vogelkäfig ins 21. Jahrhundert? Die Antwort ist ganz eindeutig und überzeugend: „JA!“ Ja, er passt in unsere hastige und immer schnelllebigere Welt.

Etwas ganz anderes war die sinnliche, barocke Lebensfreude. Man hat das eigene Leben dankbar mit Sinn gefüllt und nicht nur verbraucht. Die Sehnsucht nach schönen, harmonischen Dingen im eigenen Lebensbereich gewann an Bedeutung. Es war unter anderem auch die Zeit der Musikautomaten. Bestimmte Handwerker entwickelten sich in der Hälfte des 18. Jahrhundert künstlerisch und technisch auf ein sehr hohes Niveau, das heute allenfalls durch Materialeigenschaften und Lebensdauer übertroffen wird.

Musikautomat

Musikautomaten jedoch erforderten ein fundiertes Spezialwissen, neben der geschickten Hand. Zu diesen Automaten gehören die auch seinerzeit sehr seltenen Vogelkäfige mit richtigem kleinen Orgelwerk und beweglichem Vogel.

Der Vogelkäfig-Musikautomat aus dem Hause Matthias Naeschke entspricht äußerlich einem barocken Vorbild. Stündlich spielt dieser wunderschöne Vogelkäfig-Musikautomat eine lustige, barock verzierte Melodie und erheitert das Gemüt. Der Ablauf des Tages wird schöner; der hektische Alltag bleibt draußen.

Der Käfig an sich besteht in allen Teilen aus massivem, vergoldetem Messing. Die Applikationen wurden in Paris von einem Skulpteur als Modell für den Gießer geschnitzt. Ein Ziseleur hat die Gussteile künstlerisch vollendet. Auch die Porzellankartuschen mit ihren Blumenarrangements sind reine Handarbeit und wurden von einer wahren Künstlerin ihres Fachs für diesen Käfig gezeichnet.

Vogelkäfigautomat

Am Boden des Käfigs befindet sich das Emailzifferblatt für ein Präzisionsuhrwerk. Es läuft eine Woche und wurde von Meisteruhrmacher Paul Gerber passend gefertigt. Der prächtigen Bodenlunette entsprechend, wurden die vergoldeten Zeiger entworfen. Acht harmonisch perfekt geformte Seitengitter verleihen dem Käfig etwas betörend Edles. Dies zu erreichen erfordert über zeichnen, aussägen, gravieren usw. usw. ungewöhnlich viele Arbeitsschritte.

Der eigentliche Automaten-Mechanismus verbirgt sich unter einer vergoldeten, filigran durchbrochenen Abdeckung, die mit Seidenstoff kaschiert wurde. Orgelwerk und Laufwerk bilden zwischen starken Messingplatinen eine sehr kompakte, gut durchdachte Einheit. Das Laufwerk an sich verkörpert vorzügliche Uhrmacher-Handarbeit. Kompromisslos wurden alle Stahlteile gehärtet und sämtliche Bestandteile hochfein poliert.

Orgelwerk

Der Windfang als Geschwindigkeitsregler ist auf einem Rubin gelagert. Das Orgelwerk, mit seinen 10 Zinnpfeifen, besteht aus Klaviatur, Walze, Magazin- und Schöpfbalg sowie der Windlade mit den Ventilen. Mit unsichtbarer Mechanik wird der befiederte Vogel - je nach Musikstück - gesteuert. Er bewegt Schnabel, Schwanz, ruckartig den Körper sowie bedächtig den Kopf. 72 Auslösungen sind möglich, das heißt er spielt mit einem Aufzug 3 Tage.

Durch gewissenhafte, sehr aufwändige Handarbeit ist ein beglückendes Kunstwerk entstanden. Es berührt die Seele sensibler Menschen! Wer sich mit diesem Stück verwirklichter Harmonie umgibt, muss ein Ästhet sein.

Datenblatt als PDF-Download

 
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