Uhren-Lexikon S

  • Schenkel

    Der Schenkel ist Fachbegriff für die Speiche eines Zahnrades. Die Form und Materialstärke der Schenkel hängt von der späteren Belastung des Zahnrades in der Uhr ab.

  • Schlagwerk

    Das Schlagwerk ist der Teil eines mechanischen Uhrwerks, der den Fluss der Zeit hörbar macht. Es gibt Schlagwerke, die zu jeder Viertelstunde auslösen, solche die zu jeder halben Stunde schlagen und welche, die nur die vollen Stunden akustisch untermalen. Wertvolle Uhren schlagen auf Glocken oder spezielle Klangstäbe aus Bronzelegierungen. Im Hause Naeschke legt man sehr großen Wert auf den reinen Klang eines Schlagwerkes.

  • Schlagzahl

    Die Schlagzahl eines Gangreglers bezeichnet die Häufigkeit, mit der der Gangregler in einem bestimmten Zeitraum hin und her schwingt.

  • Schnecke

    Die Schnecke wird im Zusammenhang mit einem Federhaus zum gleichförmigen Übertragen nachlassender Zugfederkräfte an ein Räderwerk eingesetzt. Eine Kette oder ein Seil ist im abgespannten Zustand um den äußeren Durchmesser eines zahnlosen Federhauses gewickelt und daran befestigt. Das andere Ende der Kette oder des Seil ist an der Schecke befestigt. Die Schnecke wiederum sitzt mit dem Antriebsrad des Uhrwerks auf der Aufzugwelle. Die Schecke ist mit einer spiralförmig laufenden Rille an ihrer Außenkontur versehen, ähnlich eines Schraubengewindes. Bei der Schnecke jedoch verändert sich der Durchmesser der Rille ständig. Daher sieht die Schnecke wie ein Kegelstumpf aus.

    Wird das Uhrwerk aufgezogen, so wickelt sich die Kette oder das Seil vom Federhaus ab und auf die Schnecke auf. Gleichzeitig wird die Zugfeder im Federhaus gespannt. Entspannt sich die Zugfeder nun im Ablauf des Räderwerkes wieder, ziehen große Federkräfte an kleinen Schneckenradien, nachlassende Kräfte an größeren Schneckenradien. Da das Produkt aus Kraft x Kraftarm den Wert für das Drehmoment ergibt, gleicht die Schecke die nachlassenden Federkräfte aus. Das für das Gangverhalten der Uhr entscheidende Antriebsdrehmoment bleibt somit konstant.

  • Schöpfbalg

    Der Schöpfbalg ist Teil des Blasebalgs von Flötenuhren. Er wird vom Flötenlaufwerk über die Pleuelstange angetrieben und pumpt in gegenläufigen Bewegungen mit sich öffnenden und schließenden Ventilen Luft in den Magazinbalg.

  • Schöpfer

    Der Schöpfer ist ein Bauteil des Schlagwerkes. Er sitzt auf dem Schöpferrad und hebt mittels Stift den Rechen des Schlagwerkes Zahn für Zahn an. Mit Rechen und Stundenstaffel bildet der Schöpfer die Zähleinheit des Schlagwerkes.

  • Seilzug

    Wird ein mechanisches Großuhrwerk von einem, an einem Seil hängenden Gewicht angetrieben, so spricht der Fachmann von einer Seilzuguhr. Die Seile oder Schnüre können aus den unterschiedlichsten Materialien bestehen. In Matthias Naeschke-Uhren sind neben hochbelastbaren Edelstahlseilen Kohlefaserschnüre mit sehr hoher Reißfestigkeit im Einsatz.

  • Schweizer Ankergang

    Der Schweizer Ankergang ist die häufigste Hemmung in tragbaren Uhren. Seine Konstruktion wurde von mehreren Uhrmachergenerationen immer weiterentwickelt und perfektioniert.
    Matthias Naeschke nutzt in seinen exklusiven Wohnraumuhren den Schweizer Ankergang für einzelne Tischuhrmodelle.

  • Schwerkrafthemmung (freie)

    Die freie Schwerkrafthemmung ist eine Hemmung, die das Pendel nicht über den direkten Kontakt mit dem Anker und Gangrad antreibt. Die Schwerkrafthemmung von Matthias Naeschke hat zwei getrennte Ankerarme an zwei getrennten Ankerwellen. Ein Ankerarm wird jeweils im Gegenschwung des Pendels vom Gangradzahn über eine Hebefläche mit einer kleinen Energieportion versorgt. Der andere Arm, der im Gegenschwung des Pendels mitgenommen wurde, gibt die im vorletzten Überschwung erhaltene Energie dann auf dem Weg zurück zur Ursprungslage des Pendels an dieses ab und hält es so am Laufen. Somit treibt die Schwerkraft, die den Ankerarm in seine Ruhestellung zurückbringen möchte, das Pendel an.

  • Skelett-Werk

    Ein Skelettwerk wird ein Uhrwerk genannt, an dessen Räderwerks-Platinen alles Material ausgesägt wird, das nicht zur Funktion oder Stabilität des Uhrwerkes nötig ist. Skelettuhren ermöglichen es dem Betrachter, auch die sonst entlegensten und unzugänglichsten Stellen eines Uhrwerkes einzusehen. Für den Uhrmacher ist das Fertigen eines Skelett-Uhrwerkes eine besondere Herausforderung, da er neben der Funktion auch auf die Ästhetik des Werkes achten muss.

  • Sperrad

    Sperräder bilden zusammen mit Sperrklinken und Sperrfedern das so genannte Gesperr. Die Sperräder sitzen fest auf den Aufzugwellen. Die Sperrklinken und Sperrfedern haben die Funktion, das Sperrad nur in einer Richtung passieren zu lassen. So können Zugfedern aufgezogen werden, ohne sich gleich wieder zu entspannen und Gewichte in Seilzuguhren laufen nicht ab. Auf Sperräder wirken teilweise sehr hohe Kräfte.

  • Stundenrad

    Das Stundenrad ist Teil des Zeigerwerks und trägt den Stundenzeiger. Das Stundenrad dreht sich in zwölf Stunden ein Mal um die eigene Achse.