Uhren-Lexikon F

  • Facettenglas

    Eine Facette entsteht, wenn eine flache Glasscheibe an ihrem Rand durch Schleifen und Polieren eine schräge Fläche erhält. Facettenglas erzeugt Lichteffekte, die sehr edel wirken. In fast allen Naeschke-Gehäusen werden Facettengläser als Stilelemente genutzt.

  • Fall

    Der Fall ist der Weg, den der Gangradzahn nach Verlassen der Hebungsfläche der einen Ankerpalette zurücklegt, bis der nächste Gangradzahn auf die Ruhe der gegenüberliegenden Ankerpalette fällt. Er sollte klein aber auf beiden Seiten des Ankers gleich groß sein.

  • Fallhöhe

    Unter Fallhöhe versteht man in Seilzug-Uhren den maximalen Weg, den ein Gewicht vom Vollaufzug bis zum Aufsetzen des Gewichtes im Gehäuseboden zurücklegt.

  • Federhaus

    Mechanische Uhrwerke ohne Seilzug haben meist spiralförmige Zugfedern zum Antrieb. Diese befinden sich zumeist in Federhäusern aus Messing. Im entspannten Zustand liegen die Federwindungen im äußeren Bereich des Federhauses an. Wird die Zugfeder gespannt, so wickeln sich die außen liegenden Federwindungen um einen im Zentrum des Federhauses liegenden Federkern (auch Aufzugwelle genannt). Ist ein Uhrwerk aufgezogen, so steht der Federkern still und das Federhaus dreht sich und treibt mit seiner an der äußeren Wandung befindlichen Verzahnung das Uhrwerk an.

  • Federzug

    Wird ein Uhrwerk von einer Zugfeder angetrieben, so spricht der Fachmann von einer Federzug-Uhr.

  • Figurenautomat

    Ein Figurenautomat war oft eine Zusatzfunktion in historischen Flötenuhren. Es gab Figurenautomaten, die auch ohne Musikwerk auskamen. Der im schweizerischen Jura tätige Uhrmacher Pierre Jaquet-Droz war im 18. Jahrhundert einer der bedeutenden Pioniere auf diesem Gebiet. Im Schwarzwald und England wurden Flötenuhren gebaut, die mit beweglichen Figuren oder Tieren ausgestattet waren. Alle diese Instrumente und Geräte eint ihre Bestimmung, die Menschen akustisch und visuell zu unterhalten. Matthias Naeschke hat sich zur Aufgabe gemacht, diese Automaten nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Neben der Restauration alter Automaten bauen er und sein Team heute eigene Vogelkäfig-Automaten und Flötenuhren mit beweglichen Figuren.

  • Flötenlaufwerk

    Das Flötenlaufwerk bildet den Antrieb von Blasebalg und Musikwalze einer Flötenuhr. Flötenlaufwerke gibt es mit Seilzug oder Federzug. Das Flötenlaufwerk muss so ausgelegt sein, dass immer genügend Winddruck für die Pfeifen erzeugt wird und die Musikwalze sich in der richtigen Geschwindigkeit dreht.

  • Flötenuhr

    Eine Flötenuhr ist eine Großuhr, die neben der reinen Funktion der Zeitanzeige noch ein kleines Orgelwerk besitzt. Stündlich nach dem Schlag des Uhrwerkes auf einen Gong oder eine Glocke wird das Orgelwerk ausgelöst und spielt Musik von einer Stiftwalze gesteuert. Matthias Naeschke hat das alte Handwerk des Flötenuhr-Machers 1984 wieder aufleben lassen und ist heute der einzige, in die Handwerksrolle eingetragene, Flötenuhrmacher weltweit.