Uhren-Lexikon G

  • Gang

    Die tägliche Gangabweichung einer Uhr ist für eine sehr gute Uhr ein entscheidendes Kriterium. Unter dem Gang versteht man die Abweichung einer zu prüfenden Uhr von einer nachweislich genau gehenden Referenzuhr in einem bestimmten Zeitraum. Üblicherweise kontrolliert man den Gang im 24-Stunden-Rhythmus.

  • Gangdauer

    Die Gangdauer wird auch Laufdauer genannt. Sie bezeichnet die Zeitspanne vom Aufzug einer mechanischen Uhr bis zum erneuten Vollaufzug nach deren Ablauf.

  • Gangrad

    Das Gangrad - auch Hemmungsrad oder Ankerrad genannt - ist das letzte Rad im Kraftfluss des Gehwerkes einer mechanischen Uhr. Zusammen mit dem Anker bildet es die Hemmung. Je nach Hemmung können die Zähne des Gangrades unterschiedliche Formen aufweisen. Die Größe und die Anzahl der Zähne des Gangrades hängen von der Uhrwerks-Konstruktion ab. In einer typischen Sekundenpendeluhr mit Sekundenzeiger auf der Gangrad-Welle besitzt dieses genau 30 Zähne.

  • Gangregler

    Das Pendel und die Unruh sind die Gangregler mechanischer Uhren. Ein genau einreguliertes Pendel und eine fein eingestellte Unruh sind ausschlaggebend für den genauen täglichen Gang einer mechanischen Uhr.

  • Gangreserve

    Die Gangreserve wird bei mechanischen Uhren auch als Auf- /Ab-Anzeige bezeichnet. Die Zusatzfunktion der Gangreserve-Anzeige dient dazu, dem Benutzer einer mechanischen Uhr anzuzeigen, wann diese wieder aufgezogen werden muss. Sinnvoll ist die Gangreserve bei Uhren mit Federzug, da man dort den Spannungszustand der Zugfeder normalerweise nicht sehen kann.

  • Gegengesperr

    Das Gegengesperr dient im Gehwerk eines mechanischen Uhrwerkes dazu, den Kraftfluss vom Antrieb zur Hemmung auch während des Aufziehvorganges des Uhrwerkes zu gewährleisten.

  • Gesperr (Sperrad)

    Sperräder bilden zusammen mit Sperrklinken und Sperrfedern das so genannte Gesperr. Die Sperräder sitzen fest auf den Aufzugwellen. Die Sperrklinken und Sperrfedern haben die Funktion, das Sperrad nur in einer Richtung passieren zu lassen. So können Zugfedern aufgezogen werden, ohne sich gleich wieder zu entspannen und Gewichte in Seilzuguhren laufen nicht ab. Auf Sperräder wirken teilweise sehr hohe Kräfte.

  • Gestell

    Das Gestell eines mechanischen Uhrwerkes bilden die Platinen und die Pfeiler. Das Gestell gibt auch die Laufweite vor. Das ist der Abstand zwischen den Platinen, in dem die Zahnräder laufen.

  • Glassturz

    Ein Glassturz findet sich oft bei Tischuhren. Es ist ein abnehmbarer Schutz für das Uhrwerk vor Staub, Feuchtigkeit und anderen Umwelteinflüssen. Glasstürze können komplett aus mundgeblasenem Glas sein oder aus einem Metallgestell mit eingesetzten Glasscheiben bestehen.

  • Grahamhemmung

    Die Grahamhemmung wurde von ihrem Namensgeber, dem Engländer George Graham, am Anfang des 18. Jahrhunderts entwickelt. Sie wird bis heute als eine der wichtigsten Erfindungen aus dem Bereich der Hemmungen betrachtet. Die Paletten des Ankers sind so gebogen, dass die so genannte Ruhefläche auf einem zur Ankerachse laufenden Radius liegt. Somit erfährt das Gangrad keine Kraftverluste durch Rückführung während des Überschwunges des Pendels. Man spricht hier von einer ruhenden Hemmung. Der von Matthias Naeschke für seine Präzisionspendeluhren genutzte Drops-Gang ist eine moderne Weiterentwicklung der Graham-Hemmung.

  • Grandfather Clock

    Als Grandfather Clock werden Standuhren im typischen Stil der klassischen englischen Hausuhr bezeichnet. Die alten Grandfather Clocks hatten meist einen sehr prominenten Platz und waren zu Zeiten, in denen es noch keine elektronischen Uhren gab, die Hauptuhren im Haus. Mit Schlagwerken und Kalenderfunktionen sind alte wie neue Grandfather Clocks nach wie vor sehr zeitgemäß und sinnvoll ausgestattet.