Uhren-Lexikon K

  • Kadratur

    Als Kadratur wird in mechanischen Uhrwerken ein Hebelwerk zur Auslösung und Steuerung einer Zusatzfunktion bezeichnet. Die Schlagwerks-Kadratur zum Beispiel steuert die Anzahl der Schläge und die gesamte Auslösung des Schlagwerkes durch das Gehwerk.

  • Kalenderwoche

    Im modernen Geschäftsleben hat die Kalenderwoche eine große Bedeutung. Kalenderwochen sind die durchnummerierten Wochen des Jahres. Sie beginnen im Januar mit der 1. Woche und hören im Dezember mit der 52. oder 53. Woche auf. Mit der ISO-Norm 8601 wird die Anzahl der Kalenderwochen exakt vorherbestimmt.

  • Kaliber

    Der Ausdruck stammt von der Einteilung von Uhrwerken nach Größe und Typ. Jeder Uhrwerke-Hersteller hat Einteilungen und Bezeichnungen für die von ihm produzierten Uhrwerke.

  • Kernspalt

    Der Kernspalt ist Teil einer Orgelpfeife. Durch den Kernspalt dringt die Luft aus dem Pfeifenfuß und wird an das Labium geblasen. Der Kernspalt bildet sich zwischen Pfeifenkorpus und Vorschlag, einem kleinen Holzstück vor dem Pfeifenkorpus.

  • Klaviatur

    Die Klaviatur besteht bei Flöten- oder Orgeluhren aus einzelnen Klavis und dem Klavisbalken.

  • Klavis

    Der Klavis ist Teil der Klaviatur von Flötenuhren. Er ist das, was bei einem Tasteninstrument die Taste ist. Statt mit dem Finger auf die Taste zu drücken, werden die Klavis in Flötenuhren von den Stiften der Stiftwalze (Musikwalze) angehoben. Das Ventil der Windlade wird geöffnet und Luft kann die Pfeife ansteuern und einen Ton erzeugen. Jede Pfeife einer Flötenuhr oder eines Flötenwerkes hat einen Klavis und jeder Klavis hat eine Lauf-Bahn auf der Stiftwalze.

  • Klavisbalken

    Der Klavisbalken ist bei Flötenuhren ein längliches, geschlitztes Holzstück. In diesem sind die einzelnen Klavis spielfrei gelagert. Der Abstand der Klavis zueinander ist immer gleich. In diesen Abstand müssen die einzelnen Lauf-Bahnen der Musikstücke auf der Walze passen. Hat eine Musikwalze sechs Musikstücke, so passen zwischen zwei Klavis auch sechs Bahnen.

  • Kleine Sekunde

    Eine Sekundenanzeige, die nicht direkt aus dem Zentrum des Zifferblattes kommt, wird als kleine Sekunde bezeichnet. Bei typischen Sekundenpendeluhren mit kleiner Sekunde ist der Sekundenzeiger auf dem Gangrad-Zapfen angebracht. Somit ist das Sekunden-Zifferblatt der kleinen Sekunde zum Beispiel zwischen der Zifferblattmitte und der Stunde „12“ des Zifferblattes zu finden.

  • Konstantkraftregler

    Ein Konstankraftregler bekommt seinen Antriebsimpuls nicht direkt vom Gehwerk eines Uhrwerkes. Das Gehwerk versorgt den Konstantkraftregler mit Energie, in dem eine zusätzliche Feder vor der Hemmung vorgespannt wird. Diese Feder gibt immer eine konstante, das heißt gleichbleibende Kraft, an das Gangrad, Anker und damit den Gangregler ab. Das dient der Gang-Genauigkeit vor allem bei Federzug-Uhren. Die Tischflötenuhren von Matthias Naeschke sind alle mit Konstantkraftreglern ausgestattet.

  • Kompensationspendel

    Kompensationspendel gleichen die Längenänderungen eines Pendels aufgrund von Temperaturschwankungen aus. Allen Kompensationspendeln gemein ist, dass zwei unterschiedliche Materialien mit unterschiedlichem Ausdehnungskoeffizienten gegeneinander arbeiten, um die Pendellinse an ihrer einregulierten Position zu halten. Man spricht von der Kompensation, dem Ausgleichen der Längenänderungen.

  • Kugellager

    Das Kugellager ist eine Errungenschaft aus dem Maschinenbau, die in der Uhrmacherei Einzug gehalten hat. Kleine Kugeln drehen sich hier in einer Rille zwischen zwei Ringen. Durch die sehr geringe Rollreibung dieser Lager werden Kraftverluste und Verschleiß auf ein absolutes Minimum reduziert. Matthias Naeschke war der erste, der Anfang der 1980er Jahre mechanische Großuhrwerke mit rostfreien Präzisions-Kugellagern ausgestattet hat. Ein weiterer Vorteil von Kugellagern ist deren schnelle Austauschbarkeit.