Was sind Flötenuhren

Es sind kostbare mechanische Uhren, kombiniert mit einer kleinen Orgel. Zu vorgegebener Zeit erklingt feinste Musik von einer Stiftwalze gesteuert. Inniger kann Handwerk mit Musik - und damit Technik mit Kunst - nicht verbunden werden.

Blütezeit des Flötenuhrbaus war das ausgehende 18. Jahrhundert. Gebaut wurden Flötenuhren für wohlhabende, kulturell gehobene Kreise mit entsprechendem Kunst- und Musikverständnis. Feinste Stücke entstanden in Wien und Berlin, einfache Flötenuhren wurden bis circa 1850 in großen Stückzahlen auch im Schwarzwald hergestellt. Sie dienten unter anderem der Unterhaltung von Gästen in Gasthäusern.

Die Musikwalze - wertvollster Teil einer Flötenuhr

Die Musikwalze speichert und konserviert die Musik so, wie sie der Erbauer zu seinen Lebzeiten gehört beziehungsweise interpretiert hat. Die Stiftwalze war die überhaupt erste Möglichkeit der Menschheit, Musik zu konservieren. Damit ist sie der Urahn der heutigen modernen Speichermedien. Berühmteste Beispiele sind wohl die vier Flötenuhren des Bibliothekars und Uhrmachers Primitiv Niemecz, die nach dem Jahr 1782 entstanden sind.

Niemecz war mit dem Komponisten Joseph Haydn befreundet und gab ihm den Auftrag, für seine Flötenuhren Stücke zu komponieren. Man hört somit Haydn, wie er sich selbst verstanden wissen wollte. Wir sind stolz, bereits zwei dieser Niemecz-Flötenuhren restauriert und wieder zum Klingen gebracht zu haben.


Überlieferte Musikstücke von Mozart, van Beethoven bis hin zu Haydn

Flötenuhrmusik klingt frisch und lebendig, lebt von äußerst dichten Musiksätzen. In kürzester Zeit passiert musikalisch sehr viel. Dazu gehören ganz bestimmte Verzierungs- und Lauftechniken. Diese Musik bleibt auf Dauer interessant.

Musikbeispiele:


In Wien entwickelte sich Ende des 18. Jahrhunderts ein spezieller Kompositionsstil für Flötenuhrmusik. Die Wiener Aristokraten bestellten neben Bearbeitungen auch Originalkompositionen der Wiener Klassiker für ihre Flötenuhren. Es gab sogar Flötenwerke, die über einen ganzen Schrank voller Wechselwalzen verfügten.

Von Wolfgang Amadeus Mozart, über Ludwig van Beethoven bis hin zu Joseph Haydn ist herrlichste Musik für diese kleinen Instrumente überliefert. Aber auch entsprechend gestaltete Volksmusiksätze erklingen äußerst liebenswert. In einem Wohnhaus verbreitet stündlich erklingende Flötenuhrmusik eine Atmosphäre von persönlicher Geborgenheit. Auf unsere, von elektronischer Klangerzeugung strapazierten Ohren übt diese Musik einen unvergleichlichen Reiz aus.


Uhren-Lexikon A

  • Abfallregulierung

    Die Abfallregulierung ist eine verstellbare Vorrichtung am Pendel. Sie greift in den Anker ein. Mit der Abfallregulierung wir das gleichmäßige Tickgeräusch des Uhrwerkes eingestellt. Ein ungleiches Ticken bewirkt Gangdifferenzen bei Amplitudenschwankungen.

  • Amplitude

    Der maximale Ausschlag eines Pendels oder einer Unruh von einem Umkehrpunkt zum nächsten wird als Amplitude bezeichnet. Die Amplitude wird in Winkel-Graden gemessen.

  • Anker

    Der Anker bildet zusammen mit dem Gangrad, dem letzten Rad des Räderwerkes die Hemmung. Der Anker bekommt über die Gangradzähne und die Anker-Paletten Antriebsimpulse. Die weitere Funktion des Ankers ist es, diese Antriebsimpulse an das Pendel weiterzugeben und es somit in Bewegung zu halten.

  • Anglieren

    Wenn an einem flachen Bestandteil eines Uhrwerkes die umlaufende Konturlinie in einem bestimmten Winkel gebrochen wird, so spricht man in der Fachsprache vom Anglieren. Meist sind anglierte Kanten poliert, während die Flächen auch geschliffen sein können. Somit entsteht ein schöner Kontrast.

  • Ankerpalette (Palette)

    Die Paletten sind Funktionsteile des Ankers. Jeder Anker besitzt eine Eingangspalette und eine Ausgangspalette. An den Paletten ist die Hebungsfläche angeschliffen. Während der Hebung, also der Antriebsphase, gleitet der Gangradzahn über die Hebungsfläche der Palette. Der Gangradzahn überträgt also mittels Palette und über den Anker einen Kraftimpuls an den Gangregler (Pendel / Unruh).

  • Applikationen

    Von lat. applicare - anlehnen, sich anschließen. Werden auf einem Uhren-Zifferblatt oder Uhren-Gehäuse einzelne Zier- oder Dekorelemente aufgesetzt, so nennt man diese auch Applikationen.

  • Ausgangspalette (Palette)

    Die Paletten sind Funktionsteile des Ankers. Jeder Anker besitzt eine Eingangspalette und eine Ausgangspalette. An den Paletten ist die Hebungsfläche angeschliffen. Während der Hebung, also der Antriebsphase, gleitet der Gangradzahn über die Hebungsfläche der Palette. Der Gangradzahn überträgt also mittels Palette und über den Anker einen Kraftimpuls an den Gangregler (Pendel / Unruh).

  • Auslösehebel

    Unter einem Auslösehebel versteht man ein Bauteil, welches für die Inbetriebnahme einer zusätzlichen Uhrwerks-Funktion neben der reinen Zeitanzeige zuständig ist. Jeder Schlagwerks-Mechanismus in Uhrwerken besitzt einen Auslösehebel. Er wird vom Gehwerk gesteuert und löst den Schlag aus.

  • Auslösenocke

    Typisches Beispiel für eine Auslösenocke ist jene, die bei Schlagwerken auf dem Viertelrohr sitzt. Diese Auslösenocke hebt den Auslösehebel, der dann den Schlagwerks-Mechanismus in Bewegung setzt.


Uhren-Lexikon B - C

  • Beisatzrad

    Jedes einzelne Rad im Räderwerk eines mechanischen Uhrwerkes hat einen definierten Eigennamen. Das Beisatzrad ist Bestandteil des Gehwerkes und zweites Rad im Kraftfluss nach dem Antriebsrad. Es dient meist dazu, die Laufdauer des Uhrwerkes zu verlängern bzw. zu definieren.

  • Bestiftung

    Die Musikwalzen von Flötenuhren sind mit unzähligen Stiften und Stift-Brücken bestückt. Diese Stifte steuern über die Klaviatur das Öffnen und Schließen der Ventile in der Windlade. Dadurch entstehen die Töne einer Flötenuhr. Lange Stift-Brücken erzeugen lange Töne, kurze Stifte demnach kurze Töne. Somit ist die Bestiftung in der Flötenuhr gleichzusetzen mit den Fingern eines Organisten. Die Bestiftung enthält auch – und das ist der eigentliche Schatz einer Flötenuhr – die musikalische Artikulation des Walzenzeichners. Gerade bei alten Flötenuhren ist das der wahre und unbedingt erhaltenswerte Schatz.

  • Breguet-Zeiger

    Die Breguet-Zeiger sind eine der häufigsten Zeigerformen für Uhren. A.L. Breguet war einer der bedeutendsten Uhrmacher im 18. Jahrhundert und seine Uhren trugen diese Zeigerform als Markenzeichen. Den Breguet-Zeiger kennzeichnet ein größerer Ring, der etwas unterhalb der Zeigerspitze angeordnet die Ablesbarkeit der Uhr erleichtert.

  • Birnen-Zeiger

    Der Name Birnen-Zeiger leitet sich von der Form der Zeigerspitze ab. Sie erinnert entfernt an eine Birne und gab so den Birnen-Zeigern ihren Namen. Birnenzeiger gibt es in verschiedenen Varianten und sie stellen einen der Klassiker bei Zeigerformen für Uhren dar.

  • Blasebalg

    Der Blasebalg einer Flötenuhr besteht aus einem Schöpfbalg und einem Magazinbalg. Der Schöpfbalg wird vom Flötenlaufwerk bewegt und pumpt Luft in den Magazinbalg. Der mit Luft gefüllte Magazinbalg erzeugt durch Federn oder Gewichte den Luftdruck, der die Pfeifen zum Klingen bringt.

  • Bläuen

    Unter dem Bläuen versteht man den Vorgang, wenn Kohlenstoffstahl über einer Wärmequelle seine Farbe von Silber zu einem tiefen Blau verändert. Bei Matthias Naeschke-Uhrwerken sind fast alle Schrauben und weitere dekorative Bestandteile über einer Flamme gebläut. Auch die Zeiger, die aus Stahl gefertigt werden, erhalten diese äußerst dekorative Farbe. Positiver Nebeneffekt ist, dass gebläute Stahlteile besser gegen Rost geschützt sind, da es sich eigentlich um eine Oxidschicht des Kohlenstoffstahls handelt.

  • Bombieren

    Das Bombieren ist der Fachbegriff für das Wölben von Uhrenbestandteilen. Bestimmte Hebel und vor allem Zeiger aus gehärtetem Stahl werden an Uhrwerken gerne bombiert, um ihre optische Attraktivität zu steigern. Das geschieht, indem das Teil flach auf eine Vorrichtung gespannt und in runden Bewegungen mit einer Feile von Hand gewölbt wird. Abschließendes Schleifen und eine Politur verleihen der Bombierung ihren finalen Glanz. Gerade Zeiger erhalten zusätzlich zur Politur auch noch einen Rostschutz durch bläuen über einer Flamme.

  • Chaton

    Der Begriff kommt aus dem französischen Sprachgebrauch. Ein Chaton ist eine Fassung für einen Rubin-Lagerstein. Noch um 1850 konnten natürliche Rubinlagersteine nicht mit einer präzisen und zum Lagerloch konzentrischen Außenkontur geschliffen werden. Somit mussten diese Lagersteine in Chatons zunächst rund gesetzt werden. In sehr guten Uhren waren die Chatons nicht selten aus Gold, einem weichen und anpassungsfähigen Material. Mit zwei oder drei Schrauben wurden die Chatons dann in den Löchern der Uhrwerks-Platinen befestigt. Bei Matthias Naeschke Manufaktur-Uhrwerken oder Flötenuhren werden gelegentlich aus technischen Gründen Chatons für die Präzisions-Kugellager verwendet, wenn sie sich nicht anders in den Platinen befestigen lassen.

  • Complication (Grande)

    Das Wort stammt aus dem französischen Sprachgebrauch und beschreibt in der Uhrmacherfachsprache einen komplizierten Zeitmesser. Als Grande Complication werden Uhren bezeichnet, die über eine ganze Anzahl sehr aufwändig herzustellender Zusatzfunktionen verfügen. Meist sind das Repititionen, ewige Kalender, Schlagwerke usw.


Uhren-Lexikon D

  • Deckstein

    Ein Deckstein kann Teil einer präzisen Lagerung sein. Decksteine sind immer fester Bestandteil von Unruhlagern bzw. Stoßsicherungen. Decksteine vermindern in erster Linie die Reibung der Unruhwelle in ihren Rubinlagern und halten das Öl im Lager fest. Decksteine schützen nebenbei das Lager auch vor Verschmutzung.

  • Diamant

    Diamant ist das härteste bekannte Mineral. Seine Härte beträgt den Wert 10 auf der Härteskala, benannt nach dem Mineralogen Carl Friedrich Christian Mohs. Grundstoff für Diamant ist Kohlenstoff, der tief unter der Erdoberfläche unter hohem Druck und Temperatur zusammengepresst wird. Durch vulkanische Aktivität werden Teile des Erdmantels an die Erdoberfläche gespült und darin abgekapselt von Sauerstoffzufuhr (Sauerstoff bringt Diamant zum Oxidieren) befinden sich die Rohdiamanten. Durch seine Kristallstruktur lässt sich Diamant in verschiedenste Formen schleifen und je nach Reinheit und Gewicht werden Diamanten klassifiziert.

    Der Brillantschliff ist die gängigste Form der Diamantbearbeitung. Unvergleichlich reizvoll ist das Feuer (die Brechung des Lichtes), welches ein bearbeiteter Diamant versprüht. Im Gangrad der Tischuhr NT 1 „Le bijou“ von Matthias Naeschke sind 108 Brillanten gefasst und in Bewegung ist das funkelnde Rad ein Blickfang, dem sich kein Betrachter entziehen kann.

  • Drehmoment

    Physikalische Größe für das Ergebnis von Kraft, multipliziert mit dem Kraftarm, an dem sie ansetzt. Umfangreiche Berechnungen zu Drehmomenten stehen am Beginn jeder neuen Uhrwerks-Konstruktion der Manufaktur Matthias Naeschke.

  • Drops-Gang

    Der Drops-Gang ist eine Erfindung aus der Haigerlocher Wohnraumuhren-Manufaktur Matthias Naeschke. Statt der normalen und flachen Paletten einer Graham-Hemmung kommen hier kreisrunde Rubin-Paletten zum Einsatz. Sollten die Paletten nach Jahrzehnten einmal Abnutzungsspuren aufweisen, können diese einfach gedreht werden. Das Nachschleifen der Flächen entfällt hier gänzlich. Den Uhrmacher wird es freuen.


Uhren-Lexikon E

  • Echappement

    Echappement ist der französische Ausdruck für Hemmung. Als Porte-Echappement wird eine Plattform bezeichnet, auf der eine Hemmung zusammen mit einer Unruh als Gangregler montiert ist. Porte-Echappements finden in mechanischen Tischuhren Verwendung.

  • Eingangspalette (Palette)

    Die Paletten sind Funktionsteile des Ankers. Jeder Anker besitzt eine Eingangspalette und eine Ausgangspalette. An den Paletten ist die Hebungsfläche angeschliffen. Während der Hebung, also der Antriebsphase, gleitet der Gangradzahn über die Hebungsfläche der Palette. Der Gangradzahn überträgt also mittels Palette und über den Anker einen Kraftimpuls an den Gangregler (Pendel / Unruh).

  • Eingriff

    Wie das Wort schon sagt, greifen hier zwei Zahnräder eines Uhrwerkes ineinander. Das präzise Einstellen des Eingriffs von Rad in Trieb ist eine der Hauptaufgaben des Uhrmachers. Nur wenn die Eingriffe stimmen, wird ein fertig gestelltes Räderwerk später die Drehmomente gleichmäßig übertragen.

  • Eingriffszirkel

    Der Eingriffszirkel ist ein Uhrmacher-Werkzeug. In den Eingriffszirkel werden zwei nacheinander ablaufende Zahnräder eines Räderwerkes eingespannt und in Eingriff gebracht. Mittels Verstellmöglichkeit am Eingriffszirkel kann der Achsenabstand der Räder mit äußerster Präzision eingestellt werden. So eingestellt sind optimale Eingriffe Garant für die Funktionssicherheit, vor allem bei Uhrwerken wie den Langläufern von Matthias Naeschke.

  • Einlegearbeiten

    Einlegearbeiten aus Holz, Metall oder Perlmutt sind Möglichkeiten, Uhrengehäuse wertvoll und dekorativ zu gestalten. Etliche Uhren aus der exklusiven Wohnraumuhren-Kollektion von Matthias Naeschke haben gestalterisch harmonisch integrierte Einlegearbeiten in den Gehäusen und den Gehäuserückwänden.

  • Eloxieren

    Das Eloxieren ist eine Methode der Oberflächenveredelung von Aluminium. In galvanischen Bädern wird Aluminium künstlich oxidiert. Diese Oxidschicht verändert die Eigenschaften der Aluminium-Oberfläche und das Material wird widerstandsfähiger gegen Einflüsse von außen. Durch bestimmte Zusätze kann das Eloxieren auch die Farbe des Aluminiums verändern.

  • Email / Emaille

    Email oder auch Emaille kommt aus dem Französischen und bezeichnet eine Glasschmelze. Beim Emaillieren wird in mehreren Schichten eine Masse von anorganischen Silikaten und Oxiden unter großer Hitze geschmolzen und auf ein Trägermaterial aufgebracht. Je nach gewünschter Schichtdicke wird der Vorgang mehrere Male wiederholt. Die Farbe des Emails hängt von der Beigabe von Oxiden ab. Die Flötenuhr-Zifferblätter von Matthias Naeschke bestehen aus sogenanntem Stahl-Email. Trägermaterial ist hier eine gewölbte Stahlplatte.

  • Ewiger Kalender

    Die Kalenderfunktion gilt als eine der gängigsten Zusatzfunktionen an exklusiven Wohnraumuhren. Es werden in der Regel das Datum, der Wochentag, der Monat, die Mondhase und in seltenen Fällen auch das Jahr oder Jahrhundert angezeigt. Ewige Kalender werden solche genannt, die neben dem täglichen Fortschalten am Ende des Monats auch die Umstellung auf den ersten Tag des Folgemonats durchführen - gleich ob dieser 28, 29, 30 oder 31 Tage hat. Auch Schaltjahre werden dabei berücksichtigt.

  • Exzenter

    Der Exzenter ist ein sehr wichtiges Bauteil von Flötenuhren. Er ist außen am Flötenlaufwerk befestigt und trägt die Pleuelstange. Diese wiederum ist am Schöpfbalg gelagert. Läuft das Flötenlaufwerk, so dreht sich der Exzenter und durch die exzentrische Bewegung pumpt der Schöpfbalg Luft in den Magazinbalg der Flötenuhr.


Uhren-Lexikon F

  • Facettenglas

    Eine Facette entsteht, wenn eine flache Glasscheibe an ihrem Rand durch Schleifen und Polieren eine schräge Fläche erhält. Facettenglas erzeugt Lichteffekte, die sehr edel wirken. In fast allen Naeschke-Gehäusen werden Facettengläser als Stilelemente genutzt.

  • Fall

    Der Fall ist der Weg, den der Gangradzahn nach Verlassen der Hebungsfläche der einen Ankerpalette zurücklegt, bis der nächste Gangradzahn auf die Ruhe der gegenüberliegenden Ankerpalette fällt. Er sollte klein aber auf beiden Seiten des Ankers gleich groß sein.

  • Fallhöhe

    Unter Fallhöhe versteht man in Seilzug-Uhren den maximalen Weg, den ein Gewicht vom Vollaufzug bis zum Aufsetzen des Gewichtes im Gehäuseboden zurücklegt.

  • Federhaus

    Mechanische Uhrwerke ohne Seilzug haben meist spiralförmige Zugfedern zum Antrieb. Diese befinden sich zumeist in Federhäusern aus Messing. Im entspannten Zustand liegen die Federwindungen im äußeren Bereich des Federhauses an. Wird die Zugfeder gespannt, so wickeln sich die außen liegenden Federwindungen um einen im Zentrum des Federhauses liegenden Federkern (auch Aufzugwelle genannt). Ist ein Uhrwerk aufgezogen, so steht der Federkern still und das Federhaus dreht sich und treibt mit seiner an der äußeren Wandung befindlichen Verzahnung das Uhrwerk an.

  • Federzug

    Wird ein Uhrwerk von einer Zugfeder angetrieben, so spricht der Fachmann von einer Federzug-Uhr.

  • Figurenautomat

    Ein Figurenautomat war oft eine Zusatzfunktion in historischen Flötenuhren. Es gab Figurenautomaten, die auch ohne Musikwerk auskamen. Der im schweizerischen Jura tätige Uhrmacher Pierre Jaquet-Droz war im 18. Jahrhundert einer der bedeutenden Pioniere auf diesem Gebiet. Im Schwarzwald und England wurden Flötenuhren gebaut, die mit beweglichen Figuren oder Tieren ausgestattet waren. Alle diese Instrumente und Geräte eint ihre Bestimmung, die Menschen akustisch und visuell zu unterhalten. Matthias Naeschke hat sich zur Aufgabe gemacht, diese Automaten nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Neben der Restauration alter Automaten bauen er und sein Team heute eigene Vogelkäfig-Automaten und Flötenuhren mit beweglichen Figuren.

  • Flötenlaufwerk

    Das Flötenlaufwerk bildet den Antrieb von Blasebalg und Musikwalze einer Flötenuhr. Flötenlaufwerke gibt es mit Seilzug oder Federzug. Das Flötenlaufwerk muss so ausgelegt sein, dass immer genügend Winddruck für die Pfeifen erzeugt wird und die Musikwalze sich in der richtigen Geschwindigkeit dreht.

  • Flötenuhr

    Eine Flötenuhr ist eine Großuhr, die neben der reinen Funktion der Zeitanzeige noch ein kleines Orgelwerk besitzt. Stündlich nach dem Schlag des Uhrwerkes auf einen Gong oder eine Glocke wird das Orgelwerk ausgelöst und spielt Musik von einer Stiftwalze gesteuert. Matthias Naeschke hat das alte Handwerk des Flötenuhr-Machers 1984 wieder aufleben lassen und ist heute der einzige, in die Handwerksrolle eingetragene, Flötenuhrmacher weltweit.


Uhren-Lexikon G

  • Gang

    Die tägliche Gangabweichung einer Uhr ist für eine sehr gute Uhr ein entscheidendes Kriterium. Unter dem Gang versteht man die Abweichung einer zu prüfenden Uhr von einer nachweislich genau gehenden Referenzuhr in einem bestimmten Zeitraum. Üblicherweise kontrolliert man den Gang im 24-Stunden-Rhythmus.

  • Gangdauer

    Die Gangdauer wird auch Laufdauer genannt. Sie bezeichnet die Zeitspanne vom Aufzug einer mechanischen Uhr bis zum erneuten Vollaufzug nach deren Ablauf.

  • Gangrad

    Das Gangrad - auch Hemmungsrad oder Ankerrad genannt - ist das letzte Rad im Kraftfluss des Gehwerkes einer mechanischen Uhr. Zusammen mit dem Anker bildet es die Hemmung. Je nach Hemmung können die Zähne des Gangrades unterschiedliche Formen aufweisen. Die Größe und die Anzahl der Zähne des Gangrades hängen von der Uhrwerks-Konstruktion ab. In einer typischen Sekundenpendeluhr mit Sekundenzeiger auf der Gangrad-Welle besitzt dieses genau 30 Zähne.

  • Gangregler

    Das Pendel und die Unruh sind die Gangregler mechanischer Uhren. Ein genau einreguliertes Pendel und eine fein eingestellte Unruh sind ausschlaggebend für den genauen täglichen Gang einer mechanischen Uhr.

  • Gangreserve

    Die Gangreserve wird bei mechanischen Uhren auch als Auf- /Ab-Anzeige bezeichnet. Die Zusatzfunktion der Gangreserve-Anzeige dient dazu, dem Benutzer einer mechanischen Uhr anzuzeigen, wann diese wieder aufgezogen werden muss. Sinnvoll ist die Gangreserve bei Uhren mit Federzug, da man dort den Spannungszustand der Zugfeder normalerweise nicht sehen kann.

  • Gegengesperr

    Das Gegengesperr dient im Gehwerk eines mechanischen Uhrwerkes dazu, den Kraftfluss vom Antrieb zur Hemmung auch während des Aufziehvorganges des Uhrwerkes zu gewährleisten.

  • Gesperr (Sperrad)

    Sperräder bilden zusammen mit Sperrklinken und Sperrfedern das so genannte Gesperr. Die Sperräder sitzen fest auf den Aufzugwellen. Die Sperrklinken und Sperrfedern haben die Funktion, das Sperrad nur in einer Richtung passieren zu lassen. So können Zugfedern aufgezogen werden, ohne sich gleich wieder zu entspannen und Gewichte in Seilzuguhren laufen nicht ab. Auf Sperräder wirken teilweise sehr hohe Kräfte.

  • Gestell

    Das Gestell eines mechanischen Uhrwerkes bilden die Platinen und die Pfeiler. Das Gestell gibt auch die Laufweite vor. Das ist der Abstand zwischen den Platinen, in dem die Zahnräder laufen.

  • Glassturz

    Ein Glassturz findet sich oft bei Tischuhren. Es ist ein abnehmbarer Schutz für das Uhrwerk vor Staub, Feuchtigkeit und anderen Umwelteinflüssen. Glasstürze können komplett aus mundgeblasenem Glas sein oder aus einem Metallgestell mit eingesetzten Glasscheiben bestehen.

  • Grahamhemmung

    Die Grahamhemmung wurde von ihrem Namensgeber, dem Engländer George Graham, am Anfang des 18. Jahrhunderts entwickelt. Sie wird bis heute als eine der wichtigsten Erfindungen aus dem Bereich der Hemmungen betrachtet. Die Paletten des Ankers sind so gebogen, dass die so genannte Ruhefläche auf einem zur Ankerachse laufenden Radius liegt. Somit erfährt das Gangrad keine Kraftverluste durch Rückführung während des Überschwunges des Pendels. Man spricht hier von einer ruhenden Hemmung. Der von Matthias Naeschke für seine Präzisionspendeluhren genutzte Drops-Gang ist eine moderne Weiterentwicklung der Graham-Hemmung.

  • Grandfather Clock

    Als Grandfather Clock werden Standuhren im typischen Stil der klassischen englischen Hausuhr bezeichnet. Die alten Grandfather Clocks hatten meist einen sehr prominenten Platz und waren zu Zeiten, in denen es noch keine elektronischen Uhren gab, die Hauptuhren im Haus. Mit Schlagwerken und Kalenderfunktionen sind alte wie neue Grandfather Clocks nach wie vor sehr zeitgemäß und sinnvoll ausgestattet.


Uhren-Lexikon H - J

  • Handgravur

    Gravuren werden heute meist von Maschinen erzeugt. Handgravuren, also solche die ein ausgebildeter Graveur mit seinen speziellen Werkzeugen und Graviersticheln eben von Hand anbringt, sind selten geworden. Alle Silberzifferblätter der exklusiven Wohnraumuhren von Matthias Naeschke werden von einem Meistergraveur mit einer individuellen Handgravur beschriftet. Kein Blatt gleicht so dem anderen.

  • Härten

    Das Härten ist ein Vorgang, bei dem die mechanischen Eigenschaften von Stahl verändert werden. Dabei werden die Struktur und das Gefüge von Stahl gezielt beeinflusst und umgewandelt. Das geschieht mittels Glühen. Durch ein rasches Abschrecken in Öl oder Wasser wird der Stahl daran gehindert, in seinen ursprünglichen Gefügezustand zurückzukehren. Man sagt dann, der Stahl ist glashart. Er würde brechen wie Glas, wenn er mechanischer Belastung ausgesetzt wäre. Durch das Anlassen wird dem Stahl wieder ein Stück der Härte genommen und er wird bearbeitbar. Gehärtete Wellen, Triebe und Zugfedern sind Beispiele aus der Uhrmacherei, bei denen das Härten eine ganz besonders wichtige Rolle spielt.

  • Hartmessing

    Messing gibt es in verschiedenen Legierungen. Je nach Zusammensetzung seiner Legierungsbestandteile erhält das Material seine mechanischen und chemischen Eigenschaften. Sogenanntes Hartmessing, auch Platinenmessing genannt, findet in den Uhrwerken von Matthias Naeschke seinen Einsatz. Es lässt sich gut bearbeiten und ist sehr stabil.

  • Hemmung

    Die Hemmung besteht aus dem Gangrad, auch Hemmungsrad genannt, und dem Anker. Die Hemmung ist dafür zuständig, die aus dem Räderwerk kommende Antriebskraft in kleine Portionen zu zerteilen und auf den Gangregler (Pendel / Unruh) zu übertragen.

  • Hemmungsrad (Gangrad)

    Das Gangrad - auch Hemmungsrad oder Ankerrad genannt - ist das letzte Rad im Kraftfluss des Gehwerkes einer mechanischen Uhr. Zusammen mit dem Anker bildet es die Hemmung. Je nach Hemmung können die Zähne des Gangrades unterschiedliche Formen aufweisen. Die Größe und die Anzahl der Zähne des Gangrades hängen von der Uhrwerks-Konstruktion ab. In einer typischen Sekundenpendeluhr mit Sekundenzeiger auf der Gangrad-Welle besitzt dieses genau 30 Zähne.

  • Holzpfeifen

    Die Flötenuhr-Pfeifen können aus verschiedenen Materialien gefertigt sein. Holz und Zinn sind die gängigsten Werkstoffe für Pfeifen. Holz schwingt anders als Metall und gibt den Holzpfeifen einen weicheren Klang. Zusammen mit der Machart des Korpus und Labiums entstehen bei Holzpfeifen die unterschiedlichsten Klangfarben. Bei Flötenuhren kommen gedeckte Holzpfeifen und offene Holzpfeifen zum Einsatz.

  • Innenverzahnung

    Ist ein Zahnkranz nicht am äußeren Durchmesser, sondern im inneren Durchmesser verzahnt, spricht man von einer Innenverzahnung. Innenverzahnungen kommen in Uhren äußerst selten vor. Datum-Scheiben sind eines der wenigen Beispiele für eine Innenverzahnung bei mechanischen Uhrwerken.

  • Intonation

    Bei der Intonation wird die Klangfarbe einer Orgelpfeife erzeugt und beeinflusst. Nur präzise intonierte Pfeifen ergeben einen homogenen Klang bei Orgeln, Drehorgeln und Flötenuhren.

  • Isochronismus

    Der Isochronismus bezeichnet gleiche Schwingungszeiten für alle Schwingungsweiten, zum Beispiel eines Gangreglers.

  • Jahreskalender

    Der Jahreskalender berücksichtigt während eines Jahres die Monatslängen. Im Schaltvorgang des Kalenders am Ende des Monats weiß der Jahreskalender, ob es sich um einen Monat mit 28, 30 oder 31 Tagen gehandelt hat. Schaltjahre berücksichtigt ein Jahreskalender nicht. Somit muss der Jahreskalender im Februar eines Schaltjahres von Hand verstellt werden.

  • Jahresläufer

    Ein Jahresläufer ist eine Uhr, die eine Laufdauer (Gangreserve) von einem Jahr, also mindestens 365 Tagen, hat. Die Firma Matthias Naeschke - Feinste Uhrmacherei ist weltweit der Spezialist für diese Jahresläufer. Aus der Uhrenmanufaktur kommen neben Jahresläufern auch ein 4-Jahresläufer oder ein nur einmalig gefertigter 10-Jahresläufer.


Uhren-Lexikon K

  • Kadratur

    Als Kadratur wird in mechanischen Uhrwerken ein Hebelwerk zur Auslösung und Steuerung einer Zusatzfunktion bezeichnet. Die Schlagwerks-Kadratur zum Beispiel steuert die Anzahl der Schläge und die gesamte Auslösung des Schlagwerkes durch das Gehwerk.

  • Kalenderwoche

    Im modernen Geschäftsleben hat die Kalenderwoche eine große Bedeutung. Kalenderwochen sind die durchnummerierten Wochen des Jahres. Sie beginnen im Januar mit der 1. Woche und hören im Dezember mit der 52. oder 53. Woche auf. Mit der ISO-Norm 8601 wird die Anzahl der Kalenderwochen exakt vorherbestimmt.

  • Kaliber

    Der Ausdruck stammt von der Einteilung von Uhrwerken nach Größe und Typ. Jeder Uhrwerke-Hersteller hat Einteilungen und Bezeichnungen für die von ihm produzierten Uhrwerke.

  • Kernspalt

    Der Kernspalt ist Teil einer Orgelpfeife. Durch den Kernspalt dringt die Luft aus dem Pfeifenfuß und wird an das Labium geblasen. Der Kernspalt bildet sich zwischen Pfeifenkorpus und Vorschlag, einem kleinen Holzstück vor dem Pfeifenkorpus.

  • Klaviatur

    Die Klaviatur besteht bei Flöten- oder Orgeluhren aus einzelnen Klavis und dem Klavisbalken.

  • Klavis

    Der Klavis ist Teil der Klaviatur von Flötenuhren. Er ist das, was bei einem Tasteninstrument die Taste ist. Statt mit dem Finger auf die Taste zu drücken, werden die Klavis in Flötenuhren von den Stiften der Stiftwalze (Musikwalze) angehoben. Das Ventil der Windlade wird geöffnet und Luft kann die Pfeife ansteuern und einen Ton erzeugen. Jede Pfeife einer Flötenuhr oder eines Flötenwerkes hat einen Klavis und jeder Klavis hat eine Lauf-Bahn auf der Stiftwalze.

  • Klavisbalken

    Der Klavisbalken ist bei Flötenuhren ein längliches, geschlitztes Holzstück. In diesem sind die einzelnen Klavis spielfrei gelagert. Der Abstand der Klavis zueinander ist immer gleich. In diesen Abstand müssen die einzelnen Lauf-Bahnen der Musikstücke auf der Walze passen. Hat eine Musikwalze sechs Musikstücke, so passen zwischen zwei Klavis auch sechs Bahnen.

  • Kleine Sekunde

    Eine Sekundenanzeige, die nicht direkt aus dem Zentrum des Zifferblattes kommt, wird als kleine Sekunde bezeichnet. Bei typischen Sekundenpendeluhren mit kleiner Sekunde ist der Sekundenzeiger auf dem Gangrad-Zapfen angebracht. Somit ist das Sekunden-Zifferblatt der kleinen Sekunde zum Beispiel zwischen der Zifferblattmitte und der Stunde „12“ des Zifferblattes zu finden.

  • Konstantkraftregler

    Ein Konstankraftregler bekommt seinen Antriebsimpuls nicht direkt vom Gehwerk eines Uhrwerkes. Das Gehwerk versorgt den Konstantkraftregler mit Energie, in dem eine zusätzliche Feder vor der Hemmung vorgespannt wird. Diese Feder gibt immer eine konstante, das heißt gleichbleibende Kraft, an das Gangrad, Anker und damit den Gangregler ab. Das dient der Gang-Genauigkeit vor allem bei Federzug-Uhren. Die Tischflötenuhren von Matthias Naeschke sind alle mit Konstantkraftreglern ausgestattet.

  • Kompensationspendel

    Kompensationspendel gleichen die Längenänderungen eines Pendels aufgrund von Temperaturschwankungen aus. Allen Kompensationspendeln gemein ist, dass zwei unterschiedliche Materialien mit unterschiedlichem Ausdehnungskoeffizienten gegeneinander arbeiten, um die Pendellinse an ihrer einregulierten Position zu halten. Man spricht von der Kompensation, dem Ausgleichen der Längenänderungen.

  • Kugellager

    Das Kugellager ist eine Errungenschaft aus dem Maschinenbau, die in der Uhrmacherei Einzug gehalten hat. Kleine Kugeln drehen sich hier in einer Rille zwischen zwei Ringen. Durch die sehr geringe Rollreibung dieser Lager werden Kraftverluste und Verschleiß auf ein absolutes Minimum reduziert. Matthias Naeschke war der erste, der Anfang der 1980er Jahre mechanische Großuhrwerke mit rostfreien Präzisions-Kugellagern ausgestattet hat. Ein weiterer Vorteil von Kugellagern ist deren schnelle Austauschbarkeit.


Uhren-Lexikon L

  • Labium

    Das Labium ist die Kante oberhalb des Kernspaltes einer Orgelpfeife. Hier auftreffende Luftströme werden vom Labium abgelenkt und bringen die Luftsäule im Inneren der Pfeife zum Schwingen. Der Ton entsteht.

  • Lager

    Lager in mechanischen Uhrwerken können vielfältige Formen haben. Neben Messinglagern werden Rubinlager und Kugellager eingesetzt. Jede Lagerart wird danach ausgewählt, welche Belastungen sie aushalten muss und welche die geringsten Reibungsverluste verursacht.

  • Langläufer

    Als Langläufer werden Uhren bezeichnet, deren Werke eine ungewöhnlich lange Gangdauer besitzen. Jahresläufer wie die Matthias Naeschke Standuhr NL 126 sind solche Langläufer, um nur ein Beispiel aus der Kollektion der Haigerlocher Wohnraumuhren-Manufaktur zu nennen.

  • Laufdauer (Gangdauer)

    Die Gangdauer wird auch Laufdauer genannt. Sie bezeichnet die Zeitspanne vom Aufzug einer mechanischen Uhr bis zum erneuten Vollaufzug nach deren Ablauf.

  • Laufweite

    Die Laufweite ist der Abstand von einer Platine des Räderwerkes zur anderen. Also der Abstand der Platinen zueinander, innerhalb dessen alle Zahnräder des Räderwerkes laufen.

  • Lunette/Lünette

    Die Lunette, auch Lünette geschrieben, ist das französische Wort für einen Zierreif, der ein rundes Zifferblatt umschließt. Lunetten sind Dreh- oder Prägeteile oder aber auch kunstvoll von Hand rändriert.


Uhren-Lexikon M - O

  • Magazinbalg

    Der Magazinbalg ist Teil des Blasebalgs einer Flötenuhr. Er wird vom Schöpfbalg mit Luft gefüllt und erzeugt den Winddruck (Luftdruck) für die Orgelpfeifen. Der Magazinbalg muss außerdem so ausgelegt sein, dass der Flötenuhr während des Spielens niemals die Luft ausgeht.

  • Manufaktur

    Manufaktur leitet sich aus dem Lateinischen manus = Hand und facere = tun bzw. machen, ab. Unter einer Uhren-Manufaktur versteht man einen Betrieb, der sowohl das Uhrwerk als auch die sonstigen wesentlichen Bestandteile einer Uhr selbst fertigt. Manufaktur-Uhren, wie bei Matthias Naeschke, werden als exklusive Einzelstücke oder in Kleinserien von Hand hergestellt und sind in Qualität und Vollendung Ausdruck höchster Uhrmacherei.

  • Musikautomat

    Von einem Musikautomaten spricht man, wenn in eine Flötenuhr, Orgelwerk oder Musikuhr ein zusätzlicher Mechanismus zur Bewegung von Figuren eingebaut ist. Von Tieren, die sich bewegen, über Clown-Figuren bis hin zu ganzen, sich im Takt der Musik bewegenden, Orchestern reicht die Bandbreite. Matthias Naeschke bietet neben Wandflötenuhren mit Figuren ebenfalls einen Vogelkäfig-Automaten an.

  • Musikuhr

    Musikuhren können Flötenuhren, Glockenspiel-Uhren und Uhren mit Kammspielwerk sein.

  • Musikwalze

    Die Musikwalze, auch Stiftwalze genannt, ist das wichtigste und wertvollste Bauteil einer Flötenuhr oder eines mechanischen Orgelwerkes. Die Musikwalze wird vom Flötenuhrmacher gezeichnet und mit Messingstiften besteckt. Auf der Musikwalze werden Verzierungen der Musik und Musikinterpretation gespeichert. Gerade bei Flötenuhrrestauration hört man die Musik, wie sie der Erbauer im 18. und 19. Jahrhundert gehört und interpretiert hat. Somit ist die Musikwalze ein wahrer kultureller Schatz. Sie war das erste Speichermedium für Musik überhaupt.

  • Nirosta

    Nirosta setzt sich zusammen aus den Worten „nicht“ und „Rost“. Nirosta ist Oberbegriff für eine ganze Familie von Stahllegierungen, die säure- und korrosionsbeständig sind.

  • Nivarox

    Der Begriff Nivarox ist ein Kunstwort aus: Nicht / variabel / Oxyd. Nivarox ist eine Eisen-Nickel-Legierung, welche bei Unruhspiralen Verwendung findet. Nivarox rostet nicht, ist antimagnetisch, ermüdungsfrei und hat einen sehr kleinen Wärmeausdehnungskoeffizienten. Ein Gangregler mit Unruh-Reif aus Beryllium-Bronze und Nivarox-Spirale ist annähernd temperaturneutral. Man sagt auch, der Gangregler ist selbstkompensierend. Aus dieser Eigenschaft resultieren hervorragende Gangergebnisse bei mechanischen Uhrwerken. Zahlreiche Tischuhren aus der Kollektion von Matthias Naeschke sind mit diesen Gangreglern ausgestattet.

  • Orgellaufwerk

    Das Orgellaufwerk ist der Antrieb für das Musikwerk einer Flötenuhr. Es besteht aus einem Gestell, mehreren Rädern, einem Windflügel (Windfang) und treibt den Schöpfbalg und die Musikwalze an. Orgellaufwerke gibt es mit Seilzug oder Federzug.

  • Orgeluhr (Flötenuhr)

    Eine Flötenuhr ist eine Großuhr, die neben der reinen Funktion der Zeitanzeige noch ein kleines Orgelwerk besitzt. Stündlich nach dem Schlag des Uhrwerkes auf einen Gong oder eine Glocke wird das Orgelwerk ausgelöst und spielt Musik von einer Stiftwalze gesteuert. Matthias Naeschke hat das alte Handwerk des Flötenuhr-Machers 1984 wieder aufleben lassen und ist heute der einzige, in die Handwerksrolle eingetragene, Flötenuhrmacher weltweit.


Uhren-Lexikon P

  • Palette

    Die Paletten sind Funktionsteile des Ankers. Jeder Anker besitzt eine Eingangspalette und eine Ausgangspalette. An den Paletten ist die Hebungsfläche angeschliffen. Während der Hebung, also der Antriebsphase, gleitet der Gangradzahn über die Hebungsfläche der Palette. Der Gangradzahn überträgt also mittels Palette und über den Anker einen Kraftimpuls an den Gangregler (Pendel / Unruh).

  • Pendel

    Pendel werden seit dem 16. Jahrhundert als Gangregler für Uhren genutzt. Definition des idealen Pendels ist eine punktförmige Masse an einem gewichtslosen Faden. Pendel gibt es in verschiedenen Ausführungen. Es gibt Stahlstäbe oder Holzstäbe, an denen eine Pendellinse hängt. Es gibt aber auch die unterschiedlichsten Formen von so genannten Kompensationspendeln. Diese gleichen Längenänderungen durch Temperaturschwankungen aus und führen zu sehr genauen Gangergebnissen. Wie lange eine Schwingung von einem Umkehrpunkt zum nächsten dauert, hängt entscheidend von der Länge des Pendels und der Erdanziehung ab. Kurze Pendel schwingen schneller als lange Pendel. Das typische Sekundenpendel hat eine Pendellänge von etwa einem Meter.

  • Pendelfeder

    Flexibles Teil zur Befestigung des Pendels am Uhrwerk. In der Regel besteht eine Pendelfeder aus zwei sehr dünnen Metallbändern, die in einem bestimmten Abstand zueinander parallel an ihren oberen und unteren Enden mit Messingplättchen eingefasst sind.

  • Pfeiler

    Ein Pfeiler, auch Gestell-Pfeiler genannt, ist ein Bauteil des Gestells eines Großuhr-Uhrwerkes. Vier oder mehr Pfeiler verbinden die beiden Platinen des Gestells miteinander und geben somit die Laufweite des Räderwerkes vor. Die Pfeiler sind zumeist aus Rundmaterial gedreht und können mit schönen Profilen versehen sein. Räder mit großen Kräften wie Antriebsräder oder Federhäuser liegen aus Sicherheitsgründen oft in unmittelbarer Nähe zu Pfeilern. Pfeiler geben dem Uhrwerk Stabilität.

  • Platine

    Die Platinen und die Pfeiler bilden das Gestell jedes Großuhr-Uhrwerkes. Die Form der Platinen gibt dem Uhrwerk seinen Charakter. Die Platinen enthalten sämtliche Lager- und Befestigungspunkte aller Räder und Funktionsteile eines Uhrwerkes. Es gibt zwei Arten von Platinen. Vollplatinen sind, wie der Name schon sagt, nicht durchbrochen. Skelettplatinen sind solche Werkplatten, bei denen alles überflüssige Material weggelassen wird, welches nicht unmittelbar der Funktion oder Stabilität des Uhrwerkes dienlich ist.

  • Pleuel

    Die Pleuel-Stange stellt in einer Flötenuhr die Verbindung zwischen Exzenter des Flötenlaufwerkes und dem Schöpfbalg des Blasebalgs her. Pleuel-Stangen können sowohl aus Metall als auch Hartholz bestehen.

  • Politur

    Beim Polieren wird die Oberfläche des zu polierenden Materials verdichtet und die mikrofeinen Spitzen des Materialgefüges gebrochen. Dadurch erscheint uns ein Gegenstand als glänzend. Das Licht wird nicht von der wirren Materialstruktur in alle Richtungen gestreut, sondern gebündelt an unser Auge zurückgeschickt. Polituren kommen in Uhrwerken an nahezu allen Bestandteilen vor. Oft haben sie optische Funktion, sie sind aber auch manchmal technisch vorgegeben. Lagerzapfen von Rädern erzeugen deutlich weniger Reibung, wenn ihre Oberfläche geglättet ist. Das Öl hält sich viel besser in polierten Lagern und Lagersenkungen, da es keinen Saugeffekt (Kapillarwirkung) durch eine raue Oberfläche gibt.

  • Präzision

    Die Präzision ist ein Begriff, der sich im technischen Sprachgebrauch als Definition für die absolute Genauigkeit etabliert hat. Ohne Präzision in jedem einzelnen Arbeitsgang wären keine mechanischen Matthias Naeschke-Uhrwerke möglich, die technisch bis an die Grenzen der Physik gehen.

  • Präzisionspendeluhr

    Präzisionspendeluhren waren bis zur Einführung der Atomuhren die genauesten mechanischen Uhren für wissenschaftliche Zwecke. Eingesetzt in Sternwarten und Instituten waren Präzisionspendeluhren wichtige Hilfsmittel für Beobachtungen und Versuche. So genannte Regulateur-Zifferblätter, bei denen Sekunde, Minute und Stunden getrennt angezeigt werden, wurden extra für diese Uhren erfunden.


Uhren-Lexikon Q - R

  • Qualität

    Qualität ist, was die Güte eines Gegenstandes oder Produktes umschreibt. Das erklärte Ziel der Uhrenmanufaktur Matthias Naeschke ist es, handwerklich Uhren und Uhrwerke in Premium-Qualität zu bauen.

  • Räderwerk

    Ein mechanisches Uhrwerk besteht aus verschiedenen Baugruppen. Als Räderwerk wird der Zusammenschluss aller einzelnen Zahnräder des Uhrwerkes bezeichnet. Untergruppen sind das Räderwerk des Gehwerkes oder das Räderwerk des Schlagwerkes.

  • Rändrieren

    Das Rändrieren wurde von Handwerkern im 18. Jahrhundert entwickelt. Neben Uhren wurden hochwertige Möbel und Lampen mit rändrierten Zierteilen versehen. Der Fertigungsprozess ist extrem aufwändig und der Beruf des Rändrierers ist heute, bis auf ganz wenige Spezialisten, nahezu ausgestorben. Mit speziellen Rädern, die die Negativ-Form des späteren Musters enthalten, werden diese Dekorationen unter hohem körperlichem Einsatz in ein rotierendes Teil aus einer speziellen Bronze-Legierung gedrückt. Die Schönheit des Rändrierens beruht auf dem Zusammenspiel von polierten und scharfkantigen matten Oberflächen.

  • Rechen

    Der Rechen ist ein wichtiges Bauteil moderner Schlagwerke in mechanischen Wohnraumuhren. Er ist Verbindungselement zwischen Stundenstaffel und Schöpfer des Schlagwerkes. Er ist drehbar gelagert. Vor der Auslösung des Schlagwerkes fällt der Rechen auf die Stundenstaffel und gibt de Anzahl der Schöpferumdrehungen (ist gleichzusetzen mit der Anzahl der Schläge auf Glocke oder Gong) vor.

  • Rechenschlagwerk

    Das Rechenschlagwerk ist das heute gängigste Schlagwerkprinzip bei Großuhr-Uhrwerken. Über eine Stundenstaffel, die direkt auf dem Stundenrad des Uhrwerkes sitzt, wird der Rechen gesteuert und damit die Anzahl der Schläge kurz vor der Auslösung des Rechenschlagwerkes festgelegt. Da die Stundenstaffel direkt mit dem Stundenzeiger verbunden ist, kann sich die Schlagfolge des Rechenschlagwerkes im Gegensatz zu älteren Schlagwerk-Mechanismen nicht verstellen.

  • Reguliermutter

    Die Reguliermutter ist ein sehr wichtiges Bauteil von Pendeln. Mit der Reguliermutter werden der Gang bzw. die Gangabweichungen an Pendeluhren fein justiert. Sie sitzt direkt oberhalb oder unterhalb der Pendellinse. Dreht man die Reguliermutter, so verändert man die Pendellänge geringfügig und damit die Schwingungsdauer des Pendels. Die Uhr geht vor (= Pendel wurde verkürzt) oder nach (= Pendel wurde verlängert). Die Reguliermuttern von Matthias Naeschke haben ein Feingewinde mit einer Gewindesteigung von nur 0,25 mm. Somit können Naeschke-Pendel äußerst präzise einreguliert werden.

  • Rhodium

    Rhodium ist ein in der Natur sehr selten vorkommendes Edelmetall aus der Platin-Familie. Es ist seltener als Gold und somit auch wertvoller. Seine silberne Farbe verleiht Uhrwerken oder Schmuck eine eher kühle, aber dennoch höchst wertvolle Anmutung. Ein galvanischer Überzug aus Rhodium ist auch gleichzeitig Anlaufschutz für die Messingteile eines Uhrwerkes.

  • Rollieren

    Die Lagerzapfen von Räderwellen in mechanischen Uhrwerken sind rolliert. Beim Rollieren werden mit Hartmetallscheiben die Oberflächen der Lagerzapfen geglättet und verdichtet. Dadurch werden sie härter und weniger anfällig für Verschleiß. Außerdem wird so die spätere Reibung der Zapfen im Lager vermindert, was die benötigte Antriebskraft des Räderwerkes deutlich reduziert.

  • Rostpendel

    Das Rostpendel ist eine Form des Kompensationspendels. Stangen aus zwei Metallen mit unterschiedlichen Wärmeausdehnungskoeffizienten arbeiten im Rostpendel gegeneinander und halten bei Temperaturschwankungen die Pendellinse an ihrem einregulierten Platz. Der tägliche Gang der Uhr bleibt somit stabil.

  • Rubinlager

    Rubin ist, ähnlich dem Diamant, ein sehr hartes Mineral. Somit ist Rubin hervorragend geeignet für Lager mit gehärteten Stahlzapfen. Hat man früher noch natürlich vorkommenden Rubin für Lagersteine verwendet, so wird er heute künstlich gezüchtet und ist in großen Mengen verfügbar. Schön ist das leuchtende Rot des Rubins in einer vergoldeten Räderwerks-Platine.


Uhren-Lexikon S

  • Schenkel

    Der Schenkel ist Fachbegriff für die Speiche eines Zahnrades. Die Form und Materialstärke der Schenkel hängt von der späteren Belastung des Zahnrades in der Uhr ab.

  • Schlagwerk

    Das Schlagwerk ist der Teil eines mechanischen Uhrwerks, der den Fluss der Zeit hörbar macht. Es gibt Schlagwerke, die zu jeder Viertelstunde auslösen, solche die zu jeder halben Stunde schlagen und welche, die nur die vollen Stunden akustisch untermalen. Wertvolle Uhren schlagen auf Glocken oder spezielle Klangstäbe aus Bronzelegierungen. Im Hause Naeschke legt man sehr großen Wert auf den reinen Klang eines Schlagwerkes.

  • Schlagzahl

    Die Schlagzahl eines Gangreglers bezeichnet die Häufigkeit, mit der der Gangregler in einem bestimmten Zeitraum hin und her schwingt.

  • Schnecke

    Die Schnecke wird im Zusammenhang mit einem Federhaus zum gleichförmigen Übertragen nachlassender Zugfederkräfte an ein Räderwerk eingesetzt. Eine Kette oder ein Seil ist im abgespannten Zustand um den äußeren Durchmesser eines zahnlosen Federhauses gewickelt und daran befestigt. Das andere Ende der Kette oder des Seil ist an der Schecke befestigt. Die Schnecke wiederum sitzt mit dem Antriebsrad des Uhrwerks auf der Aufzugwelle. Die Schecke ist mit einer spiralförmig laufenden Rille an ihrer Außenkontur versehen, ähnlich eines Schraubengewindes. Bei der Schnecke jedoch verändert sich der Durchmesser der Rille ständig. Daher sieht die Schnecke wie ein Kegelstumpf aus.

    Wird das Uhrwerk aufgezogen, so wickelt sich die Kette oder das Seil vom Federhaus ab und auf die Schnecke auf. Gleichzeitig wird die Zugfeder im Federhaus gespannt. Entspannt sich die Zugfeder nun im Ablauf des Räderwerkes wieder, ziehen große Federkräfte an kleinen Schneckenradien, nachlassende Kräfte an größeren Schneckenradien. Da das Produkt aus Kraft x Kraftarm den Wert für das Drehmoment ergibt, gleicht die Schecke die nachlassenden Federkräfte aus. Das für das Gangverhalten der Uhr entscheidende Antriebsdrehmoment bleibt somit konstant.

  • Schöpfbalg

    Der Schöpfbalg ist Teil des Blasebalgs von Flötenuhren. Er wird vom Flötenlaufwerk über die Pleuelstange angetrieben und pumpt in gegenläufigen Bewegungen mit sich öffnenden und schließenden Ventilen Luft in den Magazinbalg.

  • Schöpfer

    Der Schöpfer ist ein Bauteil des Schlagwerkes. Er sitzt auf dem Schöpferrad und hebt mittels Stift den Rechen des Schlagwerkes Zahn für Zahn an. Mit Rechen und Stundenstaffel bildet der Schöpfer die Zähleinheit des Schlagwerkes.

  • Seilzug

    Wird ein mechanisches Großuhrwerk von einem, an einem Seil hängenden Gewicht angetrieben, so spricht der Fachmann von einer Seilzuguhr. Die Seile oder Schnüre können aus den unterschiedlichsten Materialien bestehen. In Matthias Naeschke-Uhren sind neben hochbelastbaren Edelstahlseilen Kohlefaserschnüre mit sehr hoher Reißfestigkeit im Einsatz.

  • Schweizer Ankergang

    Der Schweizer Ankergang ist die häufigste Hemmung in tragbaren Uhren. Seine Konstruktion wurde von mehreren Uhrmachergenerationen immer weiterentwickelt und perfektioniert.
    Matthias Naeschke nutzt in seinen exklusiven Wohnraumuhren den Schweizer Ankergang für einzelne Tischuhrmodelle.

  • Schwerkrafthemmung (freie)

    Die freie Schwerkrafthemmung ist eine Hemmung, die das Pendel nicht über den direkten Kontakt mit dem Anker und Gangrad antreibt. Die Schwerkrafthemmung von Matthias Naeschke hat zwei getrennte Ankerarme an zwei getrennten Ankerwellen. Ein Ankerarm wird jeweils im Gegenschwung des Pendels vom Gangradzahn über eine Hebefläche mit einer kleinen Energieportion versorgt. Der andere Arm, der im Gegenschwung des Pendels mitgenommen wurde, gibt die im vorletzten Überschwung erhaltene Energie dann auf dem Weg zurück zur Ursprungslage des Pendels an dieses ab und hält es so am Laufen. Somit treibt die Schwerkraft, die den Ankerarm in seine Ruhestellung zurückbringen möchte, das Pendel an.

  • Skelett-Werk

    Ein Skelettwerk wird ein Uhrwerk genannt, an dessen Räderwerks-Platinen alles Material ausgesägt wird, das nicht zur Funktion oder Stabilität des Uhrwerkes nötig ist. Skelettuhren ermöglichen es dem Betrachter, auch die sonst entlegensten und unzugänglichsten Stellen eines Uhrwerkes einzusehen. Für den Uhrmacher ist das Fertigen eines Skelett-Uhrwerkes eine besondere Herausforderung, da er neben der Funktion auch auf die Ästhetik des Werkes achten muss.

  • Sperrad

    Sperräder bilden zusammen mit Sperrklinken und Sperrfedern das so genannte Gesperr. Die Sperräder sitzen fest auf den Aufzugwellen. Die Sperrklinken und Sperrfedern haben die Funktion, das Sperrad nur in einer Richtung passieren zu lassen. So können Zugfedern aufgezogen werden, ohne sich gleich wieder zu entspannen und Gewichte in Seilzuguhren laufen nicht ab. Auf Sperräder wirken teilweise sehr hohe Kräfte.

  • Stundenrad

    Das Stundenrad ist Teil des Zeigerwerks und trägt den Stundenzeiger. Das Stundenrad dreht sich in zwölf Stunden ein Mal um die eigene Achse.


Uhren-Lexikon T - V

  • Teilkreis

    Der Teilkreis wird auch Rollkreis oder wirksamer Durchmesser eines Zahnrades genannt. Zwei ineinander eingreifende Räder tangieren sich in ihren Teilkreisen. Im Teilkreis gehen die geraden Zahnflanken der in Uhren verwendeten Kreisbogenverzahnung in die gewölbten Zahnköpfe über.

  • Teilung

    Die Teilung beschreibt den Abstand zweier Zähne eines Zahnrades bezogen auf den Umfang des Teilkreises. Nur Räder mit gleicher Teilung können miteinander arbeiten (siehe Teilkreis).

  • Temperaturkompenstion

    Die Temperaturkompensation beschreibt den Ausgleich von Längenänderungen eines Pendels bei Temperaturschwankungen. Idealfall ist, wenn bei jeder Temperatur die Pendellänge unverändert bleibt. Bei Matthias Naeschke-Uhren sind Rostpendel zur Temperaturkompensation im Einsatz, die sich über viele Jahre bewährt haben.

  • Toleranz

    Ein entscheidender Faktor bei der Produktion von Uhrwerken und Uhrenbestandteilen ist die penible Einhaltung von vorher festgelegten Toleranzen. Als Toleranz wird die maximale Abweichung eines technischen Maßes nach oben und unten bezeichnet. Bei Uhrenbestandteilen bewegen sich die Toleranzen in Bereichen von Tausendstel Millimetern.

  • Trieb

    Ein treibendes Zahnrad bringt Kraft in ein Räderwerk. Das nächste Rad ist folglich ein getriebenes Rad (kurz Trieb). In mechanischen Uhren sind Triebe aus gehärtetem Stahl und haben 6 bis 20 Zähne. Die Größe des Triebes und des Rades ergibt sich aus den Räderwerksberechnungen des Uhren-Konstrukteurs. Je mehr Zähne ein Trieb hat, umso besser wird die Verzahnung, da immer mehrere Trieb-Zähne gleichzeitig mit der Radverzahnung in Eingriff stehen.

  • Umlenkrolle

    Umlenkrollen sitzen bei Seilzug-Uhren oberhalb der (des) Gewichte(s). Sie halbieren die Fallhöhe des Gewichtes pro Umdrehung des Antriebsrades und verlängern somit die Laufdauer der Seilzug-Uhr.

  • Unikat

    Ein Unikat ist ein einmaliges Stück. In der Wohnraum-Manufaktur Matthias Naeschke entstehen auf Kundenwunsch immer wieder ganz spezielle Uhren-Unikate.

  • Unruh

    Gangregler, der hauptsächlich in tragbaren Uhren Verwendung findet. Mechanische Tischuhren, die zu klein für den Einsatz von Pendeln als Gangregler sind, haben meist Echappements mit Unruhen. Die Unruh besteht aus Unruhwelle, Unruhreif, Plateau und Spirale. Unruhen können verschiedene Schlagzahlen haben. Heutiger Stand der Technik sind selbstkompensierende Unruhen mit Reif aus Beryllium-Bronze und Spiralen aus Nivarox.

  • Ventil

    In Flötenuhren gibt es für jede Pfeife ein Ventil in der Windlade. Die Ventile werden mit Ventil-Federn geschlossen gehalten, so dass kein Ton klingt. Öffnet nun der als Stecher bezeichnete Teil eines Klavis das Ventil, kann Luft aus der Windlade in die Pfeife entweichen und einen Ton erzeugen.

  • Vergoldung

    Den hauchdünnen Überzug eines Trägermaterials mit Gold nennt man Vergoldung. Bei Uhrwerken erfolgt die Vergoldung auf galvanischem Wege. Eine Vergoldung schützt das darunter liegende Messing vor dem Anlaufen und erhält seinen Glanz somit für Generationen.

  • Versilberung

    Wie beim Vergolden wird auf galvanischem Weg eine hauchdünne Schicht Silber auf ein Trägermaterial aufgebracht.

  • Verzahnung

    Die Verzahnung ist der Überbegriff für die jeweiligen Eigenschaften und Formen von verzahnten Rädern. Es gibt international gültige Normen für Verzahnungen, nach denen sich die Industrie und das Uhrmacherhandwerk richten.

  • Viertelrad

    Das Viertelrad ist Teil des Zeigerwerks. Es trägt den Minutenzeiger und dreht sich ein Mal pro Stunde um die eigene Achse.


Uhren-Lexikon W - Z

  • Wechselrad

    Das Wechselrad mit Wechseltrieb ist Teil des Zeigerwerks und verbindet das Viertelrad mit dem Stundenrad. Die rechnerische Auslegung der Verzahnung von Viertelrad, Wechselrad und Stundenrad ergibt eine Übersetzung von 1:12, das heißt eine Umdrehung Stundenrad in zwölf Umdrehungen Viertelrad.

  • Weltzeit

    Die Welt ist in unterschiedliche Zeitzonen eingeteilt. In Uhren wird die Weltzeit dargestellt, in dem sich eine, mit wichtigen Städtenamen bedruckte Scheibe, innerhalb eines Ziffernkranzes mit den 24 Stunden des Tages um seinen Mittelpunkt dreht.

  • Windfang

    Ein Windfang findet bei Schlagwerken und Flötenlaufwerken Verwendung. Er erzeugt durch den Luftwiderstand seiner Windflügel und seine Massenträgheit einen gleichmäßigen Lauf des Räderwerkes. Außerdem kann mit der Flügelstellung des Windfangs die Geschwindigkeit von Flötenuhr-Musik und Schlagfolge eingestellt werden.

  • Windlade

    Die Windlade einer Flötenuhr hat mehrere Aufgaben. In der Windlade sind die Ventile und Ventilfedern untergebracht, welche die Kanäle zu den Pfeifen (gesteuert durch die Stecher der Klavis) öffnen und schließen. Die Pfeifen sitzen in der Regel oben auf der Windlade in davor vorgesehenen Bohrungen. Bei größeren Flötenuhren mit mehreren Registern (Pfeifenreihen mit unterschiedlichen Klangfarben)sind die Registerschaltungen (Schleifen) in der Windlade eingebaut.

  • Windkanal

    Der Windkanal leitet den Luftstrom aus dem Blasebalg in den Windkasten der Windlade.

  • Zeigerwerk

    Das Zeigerwerk ist Oberbegriff für den Antrieb der Zeiger eines Urwerkes. Das Zeigerwerk besteht aus Viertelrad, Wechselrad mit Wechseltrieb und Stundenrad. Das Viertelrad trägt den Minutenzeiger, das Stundenrad den Stundenzeiger.

  • Zentralsekunde

    Die Zentralsekunde kommt, wie der Name schon sagt, aus der Mitte des Zifferblattes.

  • Zinnpfeifen

    Neben Holzpfeifen werden in Flötenuhren auch Zinnpfeifen verwendet. Holzpfeifen und Zinnpfeifen unterscheiden sich in der Klangfarbe etwas voneinander. Bei den Flötenuhren von Matthias Naeschke hat der Kunde die Möglichkeit, das Material der Pfeifen frei zu wählen.

  • Zugfeder

    Zugfedern sind lange schmale Bänder aus Federstahl, die in dafür vorgesehene Federhäuser eingewickelt werden. Je nach Berechnung stellen sie die nötige Antriebskraft für Federzug-Uhrwerke bereit und ihre Länge ist mit entscheidend für die Laufdauer eines Uhrwerkes.