Matthias Naeschke Uhrmacher und Musiker mit Leib und Seele
Matthias Naeschke (Jahrgang 1943) ist gelernter Uhrmacher, Uhrentechniker und Kirchenmusiker. Etliche Jahre war er in den Ateliers bester Uhrenhäuser der Schweiz und England tätig. Im Anschluss an ein Technikerstudium entwickelte und konstruierte er mechanische Uhrwerke für verschiedene Industrieunternehmen. Die handwerkliche Uhrenproduktion war zu der Zeit praktisch ausgestorben.
1984 begann Matthias Naeschke – neben seiner Tätigkeit als Konstrukteur in einem großen Industrieunternehmen – mit einer Kleinserie von nur zehn Flötenuhren ein seit über 150 Jahren ausgestorbenes Handwerk wiederzubeleben. Als Uhrenkonstrukteur und passionierter Musiker bzw. Orgelbauer konnte er all sein Können in der Flötenuhr vereinen. Es entstand dabei eine komplett eigene Konstruktion und kein Nachbau einer alten Orgeluhr.
Später folgten weitere Flötenuhr-Modelle und eine ganze Reihe von Uhrwerken für die Wohnraumuhren. Die Jahre in verschiedenen Industriebetrieben haben Matthias Naeschke etwas Wichtiges gelehrt: Mit jeder Rationalisierung, jeder konstruktiven Vereinfachung wurde ihm klarer, dass das traditionelle Handwerk um jeden Preis erhalten werden muss. Nur handwerkliche Produkte schaffen Individualität und Dauerhaftigkeit – dies ist bis heute sein Leitgedanke.
Matthias Naeschke zählte auch zu den ersten Mitgliedern der "Akademie selbstständiger, schöpferisch tätiger Uhrmacher", kurz AHCI genannt, der er 1986 beitrat. Dieser Verbund von unabhängigen Uhrmachern hat sich zum Ziel gesetzt, den Beweis zu erbringen, dass neben der industriellen auch die handwerkliche Uhrenfertigung einen sehr bedeutenden Platz einnimmt und höchste handwerkliche Kunst nicht nur traditionellen Gestaltungsformen unterlegen ist.
Jedes Jahr kommen aus der Ideenfabrik der Haigerlocher Manufaktur neue Wohnraumuhren und Gedanken auf den Markt. Matthias Naeschke sieht in jeder Neuentwicklung eines Werkes eine Herausforderung, völlig neue Lösungen zu finden oder in Grenzbereiche des physikalisch machbaren vorzustoßen. Immer wieder beweisen er, sein Sohn Sebastian und ein ausgewähltes Team von Spezialisten, dass die Entwicklungsmöglichkeiten der klassischen Uhrmacherei noch längst nicht ausgeschöpft sind.
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